Die ehemaligen Vorsitzenden der CDU Brück




Dr.jur. Ottmar Pohl

(* 1933, + 1991, 1967-1969 Vorsitzender)




Ottmar Pohl wuchs in seinem Brücker Elternhaus an der unteren Olpener Straße auf. Wie seine späteren engen Parteifreunde Hans Kirsten und Helmut Müller besuchte er die Volksschule in Brück, das Gymnasium in Deutz und die Universität Köln. Nach dem Abschluß des Jurastudiums an der Verwaltungshochschule in Speyer legte er 1960 sein Zweites Staatsexamen ab und promovierte ein Jahr später. Nach der Geburt seiner beiden Kinder 1962/63 zog er in die neu entstehende Adenauer-Siedlung.
Nach zweijähriger Anwaltstätigkeit war er 1963-1970 Assistent der CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf und persönlicher Referent des Fraktionsvorsitzenden Dr. Wilhelm Lenz. Als Regierungsrat war er in mehre-ren Landesministerien tätig.
1966 kandidierte Pohl erstmals für den Landtag, verlor aber in seinem Wahlkreis gegen den SPD-Ministerpräsidenten Heinz Kühn. 1969 wurde er Mitglied des Rates der Stadt Köln und - nach guter Absicherung auf der Reserveliste 1970 in den Landtag gewählt. Dort war er bis 1980 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion, 1975-1985 und 1987-1990 deren 1. stellvertretender Vorsitzender, 1990-1991 deren Schatzmeister. Mehr als zehn Jahre lang war er medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion und gehörte 1970-1975 und 1985-1991 dem WDR-Rundfunkrat als stellvertretender Vorsitzender an. Ferner wurde er Auf-sichtsratsmitglied beim Westdeutschen Werbefernsehen (WWF), der Ruhrkohle AG sowie 1980-1987 Geschäftsführer der Deutschen Wohnungsgesellschaft in Köln.
Nach seiner Wahl in den Landtag hatte Pohl zwar 1970 sein Ratsmandat niedergelegt, doch blieb er engstens mit Kölner CDU verbunden: 1972-1982 war er Stellvertreter des Kreisparteivorsitzender Heinz Soénius, 1982-1990 dessen Nachfolger. Leider gelang es ihm nicht, die ruinösen Intrigen innerhalb der Kölner CDU zu verhindern und trat nach dem Debakel der CDU bei der Kommunalwahl 1990 nicht mehr zur Neuwahl als Parteivorsitzender an. Obwohl Ottmar Pohl in seiner politischen Arbeit nicht immer erfolgreich war, so bleibt doch festzuhalten, daß sein Name nicht nur in Brück hohes Ansehen genoß. Hätte 1966 nicht die SPD die Landesregierung übernommen, so wäre Pohl sehr wahrscheinlich in den 70er Jahren Kultusminister geworden und hätte die Fehlentwicklung in der nordrhein-westfälischen Bildungspolitik verhindert.
Diese Biographien erschienen zuerst in:
BRÜCKER INFORMATUINEN, Heft 100, Dez. 1996